EinzelturniereVereinsmeisterschaft des Schachclubs Rheintal Den Stresstest bestandenVor zwei Jahren war er in der dritten Stichpartie gescheitert, nun hat er es gepackt: Kurt Kaufmann ist neuer Vereinsmeister des Schachclubs Rheintal. Er verwies Titelverteidiger Hanspeter Weder mit einem Punkt Differenz auf den Ehrenplatz. Die Vereinsmeisterschaft 2011 geht als Negativrekord in die Geschichte des Schachclubs Rheintal ein. In der Meisterklasse kämpften nur fünf Spieler um Punkte und Ehre. Üblich sind acht Teilnehmer, was bei einem Turnier mit Vor- und Rückrunde immerhin 14 Runden oder 56 Partien ergibt. Bei nur fünf Konkurrenten schrumpfte die Rundenzahl auf acht und die Anzahl der zu spielenden Partien gar auf 20. Zur Ehrenrettung des Siegers, der zugleich der Schreibende ist, muss aber gesagt werden, dass sich unter den fünf Aufrechten immerhin die Vereinsmeister der letzten drei Jahre, Hanspeter Weder (2008, 2010) und Gilbert Jost (2009) befanden.
Vollgas beim BremsenBei einer Sprintstrecke von nur acht Partien war es für die Akteure nicht einfach, das richtige Tempo anzuschlagen. So wie bei einem Langstreckenlauf ein verpatzter Start nicht ins Gewicht fällt, bedeutet ein Stolpern in einem 100 Meter Sprint das sichere Aus. Das Hauptproblem für die Spieler bestand darin, den goldenen Mittelweg zwischen verkrampftem Sicherheitsdenken und waghalsiger Risikobereitschaft zu finden. Kurt Kaufmann glückte der Spagat am besten. Mit vier Siegen und vier Unentschieden ging er als neuer Vereinsmeister aus dem Stresstest hervor. Hanspeter Weder kam ebenfalls ohne Niederlage über die Runden, verzeichnete aber zwei Siege weniger als der neue Champion. Nicht wie gewünscht in Szene setzen konnte sich Turnierfavorit Gilbert Jost. Er musste zweimal den König umlegen und blieb bei 50 Prozent der möglichen Punkte stecken. Markus Zoller sah ebenfalls Licht und Schatten. Drei Siege und ebenso viele Niederlagen zeugen von seinem taktisch geprägten Spielstil. Am meisten Haare lassen musste Pius Steiger. Er kämpfte nicht nur gegen starke Konkurrenten, sondern auch noch mit gesundheitlichen Problemen. Oft erreichte er aussichtsreiche Positionen, kam aber nach einigen Ungenauigkeiten doch noch zu Fall. Durchmarsch vereiteltDie allgemeine Klasse wurde von den beiden Elo-Favoriten Stephan Marte und Günther Hüttig deutlich dominiert. Schon machte es den Anschein, als würde Stephan Marte das Turnier mit dem Punktemaximum abschliessen, da wurde er von Günther Hüttig auf dem falschen Fuss erwischt. Trotz der überraschenden Niederlage war ihm der Turniersieg nicht mehr zu nehmen. Mit 12,5 Punkten aus 14 Partien und einem halben Punkt Rückstand auf seinen Rivalen wurde Günther Hüttig guter Zweiter. Die übrigen Spieler hatten mit dem Turnierausgang nichts zu schaffen. Mit Ausnahme von Mario Milo, der sich mit einem geziemenden Abstand von 4,5 Punkten auf Rang drei klassierte, verzeichneten alle Teilnehmer einen negativen Punktestand. Schlussranglisten:Kategorie M
Kategorie A
Neujahrs-Blitzturnier des Schachclubs Rheintal Die Blitzkönige von BerneckDer Legende nach folgten die Heiligen Drei Könige dem Weihnachtsstern bis nach Bethlehem. Dort huldigten sie dem neugeborenen Kind und legten kostbare Geschenke bei der Notschlafstelle der jungen Familie nieder. Nicht alle Könige sind so edelmütig und freigiebig. Die drei gekrönten Häupter, die dem Schachclub Rheintal am ersten Spieltag im neuen Jahr ihre Aufwartung machten, boten dem Betrachter ein völlig anderes Bild. Den Weg nach Berneck hatten sie ganz ohne Navigationshilfe gefunden. Ziel ihrer kurzen Reise war eine Herberge am Rathausplatz, die sinnigerweise drei Könige in ihrem Wirtshausschild führt. Anstelle von Samt und Seide trugen sie Hemden aus dem letzten Ausverkauf und abgeschabte Beinkleider. Noch mehr als durch ihre äussere Erscheinung unterschieden sie sich durch ihre Gesinnung von den biblischen Berufsgenossen. Schenken und Teilen, Frieden und Einigkeit unter den Menschen verbreiten, danach stand ihnen der Sinn überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil. Sie arbeiteten gezielt daran, Angst und Schrecken unter den Nächsten zu verbreiten. Zu ihrer Ehrenrettung muss allerdings gesagt werden, dass sich ihr feindseliges Treiben auf das Schachbrett beschränkte. Ausserhalb der 64 Felder sind sie feine Kerle.
Wie von einem anderen SternBei eisigen Aussentemperaturen ging es im Spielsaal heiss zu und her. Beim Blitzen gilt es, den Gegner innerhalb von fünf Minuten mattzusetzen. Gelingt dies nicht, so entscheidet die Schachuhr über Sieg und Niederlage. Bei einer durchschnittlichen Bedenkzeit von zehn Sekunden pro Zug bleibt keine Zeit, um lange Kombinationen durchzurechnen und tiefe positionelle Erwägungen anzustellen. An der Spitze landete einmal mehr Sandro Schmid. Er versteht es wie kein Zweiter, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und abenteuerliche Verwicklungen zu vermeiden. Er reihte Sieg an Sieg und holte das Punktemaximum. Ihm am nächsten kam Markus Zoller. Nebst der Niederlage gegen den überlegenen Sieger gab er nur einen halben Punkt ab, und auch den nicht etwa aus christlicher Nächstenliebe. Als Dritter und Letzter wurde Hanspeter Weder in den Adelsstand gehoben. Er kam wie Gilbert Jost auf sechs Punkte aus neun Partien, wies am Ende aber die besseren Gegnerpunkte auf als sein Rivale. Den übrigen Teilnehmern bleibt nur der Trost, dass Geben seliger denn Nehmen ist. Vielleicht haben sie beim Verzehr des Dreikönigskuchens mehr Glück. Auszug aus der Rangliste:
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